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| Quelle: tokyopop.de |
Worum
geht es?
Die Story basiert auf dem Anime und Manga Death Note. Der Leser
sollte also unbedingt beides kennen, um überhaupt irgendwie
durchzusteigen!
L hat gerade den Fall Kira beendet und soll nun gleich wieder die
ganze Welt retten. ( hier werden aufmerksame Fans sicher schon
stutzig) Denn Bio-Terroristen haben einen Virus aus einem Labor
gestohlen und wollen durch diesen nun die ganze Menschheit ausrotten.
Durch ein Gegenmittel sollen letztendlich nur noch die Menschen
überleben, die eine bessere Welt erschaffen können. L muss sich mit
den Terroristen herumschlagen, die trotz der Raffinesse des
Meisterdetektivs immer einen Schritt voraus zu sein scheinen. Am Ende
steht die Frage, ob L die Welt retten soll oder ob sie es gar nicht
Wert ist.
Was
habe ich erwartet?
Erwartet habe ich so unendlich viel. Den Anime habe ich geliebt und
regelrecht verschlungen. Sollte diese Spannung es nun auch in einen
Roman geschafft haben, halte ich wohl eines der besten Bücher meines
Kosmos in der Hand. L war schon immer ein super Charakter und ein
ganzes Buch über ihn würde sicher großen Spaß machen, immerhin
hat der Mann mehr Macken als ein kaputtes Auto.
Auch die Story hat mir gefallen und wahrscheinlich hätte ich sie
auch ohne den bekannten Rahmen gelesen. Ein bisschen erinnerte mich
das ganze an Frank Schätzings Schwarm. Ich war also wirklich voller
Erwartungen.
Was
habe ich bekommen?
Bekommen habe ich nun eine verwirrende Mischung aus Endzeit-Thriller
und Detektivgeschichte. Das Wissen um den vorherigen Kira-Fall ist
hier unabdingbar und so richtig weiß der Leser nie, wo er sich
gerade zeitlich befindet. Ich selbst habe den Anime schon vor einigen
Jahren geschaut und mein Wissen um alle Einzelheiten der Story hält
sich dementsprechend in Grenzen. Doch so wie es in dem Buch
beschrieben wird, war es definitiv nicht. Ich selbst weiß nicht wie
der Manga endet, habe aber durch die ersten Bücher, die ich noch
gelesen hatte, nicht den Eindruck, dass sich beides nicht
unterscheidet.
Die geschichtliche Entwicklung des Romans kann ich so gar nicht
nachvollziehen. Dieser Aspekt hat mich beim Lesen unheimlich gestört.
Ich hatte immer wieder einen Konflikt zwischen dem Bekannten und
neuen Informationen. Jedoch erfährt der Leser auch viele
Hintergründe, die in die rasante Story des Animes nicht mehr gepasst
haben. So wird L näher beleuchtet und bekommt menschlichere Züge.
Auch seine Verbindung zu Watari wird endlich klar. Kira bekommt noch
einmal ein bisschen Zeit eingeräumt.
Die Story an sich tritt da schon fast in den Hintergrund. Für mich
waren die einzelnen Charaktere kaum durchdacht und ihre
Verstrickungen waren zu offensichtlich. Ich bin vor allem fest davon
ausgegangen, dass sich der Leser automatisch selbst die Frage nach
der Relevanz einer neuen Werlt und dem Wert der alten stellt. Diese
Frage kam bei mir zu fast keinem Zeitpunkt auf, da die vermeintlichen
„Bösewichte“ einfach zu böse waren. Grau gibt es in diesem Buch
kaum. Die Charaktere müssen sich für Schwarz oder Weiß
entscheiden. Alle Fragen nach einer neuen Welt werden von den
Protagonisten fast lehrbuchhaft erläutert und bekommen kaum eine
eigene Farbe. Ich persönlich habe diese Dialoge immer übersprungen.
Das Ende hingegen war wieder sehr schön und hat die Kurve wirklich
noch einmal bekommen. Jedoch lag es für mich nur daran, dass alte
Death-Note-Gefühle geweckt wurden.
Lesen
oder nicht?
Death Note-Fans können sich gern mit den wenigen Seiten aufhalten.
Alle anderen müssen leider draußen bleiben. Meine Erwartungen hat
das Buch leider nicht erfüllt. Ich hatte Suspence und unglaublich
viel Dramatik erwartet. Beides hat das Buch zu keiner Sekunde. Es war
aber schön mal wieder alten Bekannten zu begegnen. Mein Highlight
waren eindeutig die Hintergründe zur ursprünglichen Story.

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