Sonntag, 31. Mai 2015

Death Note: L change the World

Quelle: tokyopop.de
Worum geht es?

Die Story basiert auf dem Anime und Manga Death Note. Der Leser sollte also unbedingt beides kennen, um überhaupt irgendwie durchzusteigen!
L hat gerade den Fall Kira beendet und soll nun gleich wieder die ganze Welt retten. ( hier werden aufmerksame Fans sicher schon stutzig) Denn Bio-Terroristen haben einen Virus aus einem Labor gestohlen und wollen durch diesen nun die ganze Menschheit ausrotten. Durch ein Gegenmittel sollen letztendlich nur noch die Menschen überleben, die eine bessere Welt erschaffen können. L muss sich mit den Terroristen herumschlagen, die trotz der Raffinesse des Meisterdetektivs immer einen Schritt voraus zu sein scheinen. Am Ende steht die Frage, ob L die Welt retten soll oder ob sie es gar nicht Wert ist.

Was habe ich erwartet?

Erwartet habe ich so unendlich viel. Den Anime habe ich geliebt und regelrecht verschlungen. Sollte diese Spannung es nun auch in einen Roman geschafft haben, halte ich wohl eines der besten Bücher meines Kosmos in der Hand. L war schon immer ein super Charakter und ein ganzes Buch über ihn würde sicher großen Spaß machen, immerhin hat der Mann mehr Macken als ein kaputtes Auto.
Auch die Story hat mir gefallen und wahrscheinlich hätte ich sie auch ohne den bekannten Rahmen gelesen. Ein bisschen erinnerte mich das ganze an Frank Schätzings Schwarm. Ich war also wirklich voller Erwartungen.



Was habe ich bekommen?

Bekommen habe ich nun eine verwirrende Mischung aus Endzeit-Thriller und Detektivgeschichte. Das Wissen um den vorherigen Kira-Fall ist hier unabdingbar und so richtig weiß der Leser nie, wo er sich gerade zeitlich befindet. Ich selbst habe den Anime schon vor einigen Jahren geschaut und mein Wissen um alle Einzelheiten der Story hält sich dementsprechend in Grenzen. Doch so wie es in dem Buch beschrieben wird, war es definitiv nicht. Ich selbst weiß nicht wie der Manga endet, habe aber durch die ersten Bücher, die ich noch gelesen hatte, nicht den Eindruck, dass sich beides nicht unterscheidet.
Die geschichtliche Entwicklung des Romans kann ich so gar nicht nachvollziehen. Dieser Aspekt hat mich beim Lesen unheimlich gestört. Ich hatte immer wieder einen Konflikt zwischen dem Bekannten und neuen Informationen. Jedoch erfährt der Leser auch viele Hintergründe, die in die rasante Story des Animes nicht mehr gepasst haben. So wird L näher beleuchtet und bekommt menschlichere Züge. Auch seine Verbindung zu Watari wird endlich klar. Kira bekommt noch einmal ein bisschen Zeit eingeräumt.
Die Story an sich tritt da schon fast in den Hintergrund. Für mich waren die einzelnen Charaktere kaum durchdacht und ihre Verstrickungen waren zu offensichtlich. Ich bin vor allem fest davon ausgegangen, dass sich der Leser automatisch selbst die Frage nach der Relevanz einer neuen Werlt und dem Wert der alten stellt. Diese Frage kam bei mir zu fast keinem Zeitpunkt auf, da die vermeintlichen „Bösewichte“ einfach zu böse waren. Grau gibt es in diesem Buch kaum. Die Charaktere müssen sich für Schwarz oder Weiß entscheiden. Alle Fragen nach einer neuen Welt werden von den Protagonisten fast lehrbuchhaft erläutert und bekommen kaum eine eigene Farbe. Ich persönlich habe diese Dialoge immer übersprungen. Das Ende hingegen war wieder sehr schön und hat die Kurve wirklich noch einmal bekommen. Jedoch lag es für mich nur daran, dass alte Death-Note-Gefühle geweckt wurden.

Lesen oder nicht?

Death Note-Fans können sich gern mit den wenigen Seiten aufhalten. Alle anderen müssen leider draußen bleiben. Meine Erwartungen hat das Buch leider nicht erfüllt. Ich hatte Suspence und unglaublich viel Dramatik erwartet. Beides hat das Buch zu keiner Sekunde. Es war aber schön mal wieder alten Bekannten zu begegnen. Mein Highlight waren eindeutig die Hintergründe zur ursprünglichen Story.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen